Bilden – Bewegen – Beteiligen

Ruth Marein de Bueno

Bildung ist eines der zentralen Themen der KAB

Trier, 14. September 2013

Lernen beginnt spätestens mit dem Zeitpunkt der Geburt und endet frühestens mit dem Tod. Wie die Zeitspanne dazwischen –- das Leben – aussieht, wie ein Mensch und die Gesellschaft diese Zeitspanne füllt, das ist meiner Einschätzung nach eine der zentralen Frage, die auch die KAB beschäftigt. Wir wollen, dass die Menschen diese Zeitspanne, ihr Leben, erfüllt leben können, denn „Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“ sagt Jesus in Joh. 10,10. Und diese Fülle gilt für alle Menschen, nicht nur für einige und nicht nur für die, die genug haben, um sich die Fülle zu kaufen.

Mir scheint es so, dass auch Bildung zurzeit Gefahr läuft, ein käufliches Gut mehr in unserer Gesellschaft zu werden. In Deutschland ist Bildung zwar noch weitgehend öffentlich finanziert, aber Privatschulen sind auf dem Vormarsch. „Inzwischen werden 3.370 allgemeine und 2.040 berufliche Privatschulen gezählt. Neun Prozent aller Schüler besuchen Privatschulen. Laut Schätzungen wurden etwa 50 Privatschulen von Unternehmen gegründet“( http://de.wikipedia.org/wiki/Privatschule). Dagegen sind viele öffentliche Schulen in einem maroden Zustand.

Wer profitiert von diesem käuflichen Gut Bildung? Wer hat etwas davon wenn Bildung verkauft wird und wer kann und soll sie sich kaufen? Wenn Bildung zunehmend zum käuflichen Gut würde, dann steht sie denen, die sie kaufen können, zur Verfügung und damit ist die Verteilung nicht mehr gerecht. Da lobe ich mir doch ein Recht auf Bildung, das im Grundgesetz verankert ist, darauf hoffend, dass es dann auch umgesetzt wird. Leider wird heute in einem Umfeld der wirtschaftlichen Leistungskonkurrenz gelernt, damit „man“ eben für die Wirtschaft verwertbar ist.

Bildung sollte für alle Menschen gleichermaßen zur Verfügung stehen, unabhängig von Geschlecht,  Einkommen, Ausbildungsstand der Eltern, Wohnviertel oder Migrationshintergrund. Sollten nicht vielleicht Kinder von einkommensschwachen Eltern stärker gefördert werden als Akademikerkinder, weil diese sowieso schon stärker gefördert werden? Bildung sollte allen Kindern und Erwachsenen zugänglich sein, um der Bildung willen und nicht um der Verwertbarkeit willen. Bildung sollte unter der Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten allen Menschen (weltweit) zur Verfügung stehen und dafür sollte Geld ausgegeben werden in unseren Gesellschaften.

Für unsere Verteidigung geben wir 31,9 Mrd. aus, für Bildung 12,9 Mrd. („Richtig steuern“, S. 38 dort Quelle: Bundesministerium der Finanzen; eigene Darstellung) „Kann man Äpfel mit Birnen vergleichen?“ wird an der Stelle dann gefragt. Ich finde ja, denn beides wird von unseren Steuergeldern bezahlt und ich denke, es wäre besser, wenn dieses Geld in die Bildung investiert würde. Bildung ist meiner Einschätzung nach ein besserer Weg zum Frieden als Aufrüstung. Bildung fördert die Dialogfähigkeit und was ist ein besseres Friedensmittel als miteinander zu sprechen? Hinterfragen wir genug, was mit unserem Geld passiert?

Bildung trägt bei zur Emanzipation, zur Befreiung. Da könnte einem doch der Gedanke kommen, dass das vielleicht gar nicht gewollt ist. Menschen, die denken und befreit sind, könnten ja das System durchschauen und unbequeme Fragen stellen.

Um unsere Forderungen durchzusetzen braucht es Bildung und dafür stehen wir auch als KAB. Wir bilden, wir bewegen und wir beteiligen. Lasst uns also nachschauen, wer am 22. September unser Bildungsideal am ehesten vertritt und somit am stärksten eintritt für soziale Gerechtigkeit und sozialen Frieden.

Ruth Mareien de Bueno
Bezirkssekretärin Trier-Eifel
Referentin für Bildung und Zielgruppenarbeit

Ihr Kommentar

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Siegi Ecker
13.09.13
Zur Ergänzung weise ich auf folgende Seite hin: http://www.kab-bamberg.de/kab/soziallehre-aktuell.html
Siegi Ecker

Ruth Mareien de Bueno
16.09.13
Danke für den guten Hinweis!
Solidarische Grüße aus Trier
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