Wahlkampf  in Vielfalt!? – Und was vergessen wird…

Michael Schäfers KAB

Köln, 5. September 2013

Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren. TV-Duell jagt TV-Duell. Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten wissen auf jede gestellte Frage eine Antwort. Politik präsentiert sich als Problemlösung für die Vielfalt der Probleme, die alle gelöst werden können... Wir haben alles im Griff, es geht weiter aufwärts mit unserem Land, wenn ihr meine Partei wählt – lautet die Botschaft. Wahlkampf präsentiert Politik als Alleskönnerin.

Gesundheit, Rente, Mindestlohn usw. sind nur einige zentrale Wahlkampfthemen, die auch das politische Profil der KAB bestimmen und offensiv von uns in die Auseinandersetzungen an vielen Stellen eingebracht wird. Dass diese Themen im Wahlkampf einen so hohen Stellenwert genießen, ist gut so. Denn sie sind Teil des politischen Streites um eine sozial gerechtere Zukunft. Dennoch drohen sie in der Vielfalt des „Alleskönnerwahlkampfs“ an den Rand zu geraten, denn die „Volkes Seele“ entzündet sich an der eher nebensächlichen, aber in den Medien hochgepuschten Frage nach der Einführung einer Maut auf deutschen Autobahnen. Merkel contra Seehofer – das produziert Schlagzeilen. Symbolische Kämpfe als Ablenkungsmanöver? Kein Wahlkampf ist bisher ohne ausgekommen.

Und dann sind da noch die Tabuthemen, allen voran das Stillschweigen über die Rolle Deutschlands als einer der größten Waffenexporteure der Welt und die menschenunwürdige „Flüchtlingspolitik“. Internationale Herausforderungen kommen generell zu kurz (oder werden auf den militärischen Einsatz in Syrien beschränkt). Auch das bestätigt die Aussage Papst Franziskus von der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“.

Die erschütternden Berichte der Delegierten zur Generalversammlung der Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die kürzlich in Deutschland zu Ende ging, hat deutlich gemacht: Die Menschenwürde der arbeitenden Menschen wird weltweit mit Füßen getreten. Angemahnt wurde dort u.a. die weltpolitische Verantwortung Deutschlands und Europas, sich für Gerechtigkeit und Solidarität aktiv einzusetzen. Im Blick über den nationalen Tellerrand lege für die „Qualifizierung des Wahlkampfes“ hierzulande eine große Chance!

Dr. Michael Schäfers
Leiter des Grundsatzreferates der KAB Deutschlands

Ihr Kommentar

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Peter Ferstl
05.09.13
Sehr gut! Aber wie bekommen wir das an den Wähler. Ausser Maut und Halskette der Kanzlerin scheint nicht zu interessieren!

Renate Müller
05.09.13
Die Flüchtlinge brauchen unsere Stimme. Die EU zahlt an Marokko hunderte Millionen Euros, um uns die Flüchtlinge vom Hals zu halten, die in Marokko in die Wüste, in die Grenzregion zu Algerien vertrieben werden, damit sie dort verrecken. Frotex hält uns die Flüchtlinge an den Außengrenzen fern. Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Alle kommenden MdB könne sich dafür einsetzen, dass das Flüchtlingselend auf die Tagesordnung kommt, auch wenn sie selbst keine Ahnung davon haben.

Heidemarie Heubach
05.09.13
Über die Einrichtung von bundesweiten Volksentscheiden mittels Ausführungsgesetz zum GG 20,2 kann Bürgerinteresse am Mitgestalten geweckt und unsere >Baustelle Demokratie> saniert werden - gegen Politkerverdrossenheit und Resignation. Ich glaube, daß viele Menschen sich schämen für diese schandhaft-gierige Fokussierung von Profitmaximierung und bisher nur keinen Ausweg sehen. Warten wir nicht wie in Japan, bis ein GAU unsere >Atomdörfer> entlarvt !

Gerald Schmid
09.09.13
Den Hinweisen von Frau Müller und Frau Heubach kann ich nur zustimmen. Und egal wie die Wahlen ausgehen: >Es wird Zeit, die Welt von morgen aus der Sicht unserer Kinder zu sehen.> Empfehlung an die KAB und alle Leser: Bitte unterstützt das Generationen-Manifest!

Viele Grüße
Gerald Schmid,Mitterteich
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