„Chancen nutzen – gemeinsam gesund leben“

Sabrina Schmalz

München, 22. August 2013. Der Slogan der FDP zur Gesundheits- und Pflegepolitik im Wahlkampf 2013. In ihrem Wahlprogramm propagiert sie wieder: „Der demografische Wandel stellt die Frage der Finanzierung zwischen den Generationen neu. Deshalb brauchen wir eine Stärkung der Kapitaldeckung.“

Tatsächlich? Ist die Kapitaldeckung sozialer Sicherungssysteme die Antwort auf die Demografie?

Die größten demografischen Veränderungen haben bereits im 20. Jahrhundert stattgefunden. Deutschland ist in dieser Zeit nicht gescheitert mit seinen umlagefinanzierten Sozialsystemen.

Im Gegenteil: Im Jahr 2012 verzeichneten die deutschen Sozialversicherungen einen kassenmäßigen Finanzierungsüberschuss von 15,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den Kapitalmärkten und ihren Anlageprodukten steht sie ausgezeichnet da. Die US-Notenbank macht sich zur gleichen Zeit größte Sorgen um die Rendite der Aktien, die Babyboomer kommen ins Alter, sie benötigen ihr angespartes Geld und verbrauchen es, sprich: sie brauchen Käufer für ihre Aktien, Wertpapiere etc. Die gibt es aber immer weniger – Stichwort: Demografischer Wandel. In der Zeitschrift für Versicherungswesen– eigentlich unverdächtig gegenüber der Kapitaldeckung–  wird im Dezember 2012 bedauert, dass eine Altersrückstellung in der Privaten Krankenversicherung „heute nur noch mit Renditeabschlägen möglich ist. So bröckelt der riesige Kapitalturm über die Jahre dahin. Die jahrzehntelang gefeierte Kapitaldeckung könnte bei der Pflegezusatzversicherung zum Imageschaden für die Versicherungsunternehmen werden.“

Chancen nutzen – ja.

Zum Beispiel in dem der Staat gute Startchancen ins Leben bietet durch erstklassige Bildung für alle, die zu eigenverantwortlichem Leben qualifiziert.

Der Spiegel schreibt im August 2013: „Deutschland nähert sich einer Drei-Klassen-Gesellschaft: An der Spitze stehen Manager mit Millionengehältern, Freiberufler mit gutgehenden Kanzleien oder Büros, erfolgreiche Selbständige. Es folgt die Masse gutausgebildeter Angestellter und Facharbeiter mit hohen und durchschnittlichen Löhnen. Das untere Drittel der Geringqualifizierten und Ausgesteuerten aber hat kaum Aussicht auf Aufstieg.“

Daran schließt sich an, dass endlich Schluss sein muss mit prekären Jobs, Dumpinglöhnen und  krankmachender Arbeit!

Dann könnten wir auch gemeinsam gesund leben!

Sabrina Schmalz
Referentin im KAB-Grundsatzreferat

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