9,70 Euro sind das Mindeste!

reisst die steuer rum
8 Millionen Menschen, vor allem Frauen, arbeiten zu einem Lohn, der Hohn ist: „Trotz Arbeit arm!“ Durch einen falschen politischen Kurs wird die Erwerbsarbeit weiter flexibilisiert, wird Druck ausgeübt, Arbeit um jeden Preis anzunehmen. Scheinselbständigkeit, Werkverträge, unbezahlte Praktika und die Zunahme der Mini-Jobs sind nur einige Folgen. Unternehmen, die anständige Löhne zahlen, haben im Wettbewerb mit den „Lohndumpern“ das Nachsehen. Und: Wer jeden Cent dreimal umdrehen muss, wird von gesellschaftlicher Teilhabe und Teilnahme ausgeschlossen. Niedriglohn heute bedeutet Armut im Alter. Das ist ungerecht und kann nicht so weiter gehen!


Kurswechsel: Arbeit muss ihren gerechten und fairen Preis haben! Ein gesetzlicher geregelter Lohn für alle von 9,70 Euro ist das Mindeste! Gute Arbeit heißt gute Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung auf allen Ebenen!

„Die gerechte Entlohnung für die Arbeit eines Erwachsenen, der Verantwortung für eine Familie trägt, muss dafür ausreichen, eine Familie zu gründen, angemessen zu unterhalten und für die Zukunft zu sichern.“ (Johannes Paul II. Enzyklika LE Ziff. 19)

Soziale Sicherheit für alle

reisst die steuer rum
Soziale Sicherheit für alle

Erwerbsarbeit ist heute weiterhin der Schlüssel zur sozialen Sicherheit z.B. im Alter oder bei Arbeitslosigkeit. Zunehmend wird die soziale Sicherheit aber ausgedünnt. Die sogenannten „Hartz-IV-Reformen“ führen zu tiefen materiellen Einschnitten bei Arbeitslosigkeit und in eine Abwärtsspirale. Die Jugendarbeitslosigkeit stellt bei uns und in Europa einen Skandal da, der in der Politik und der Öffentlichkeit kaum mehr wahrgenommen wird. Arbeitslosigkeit und geringer Lohn programmieren Armut im Alter vor. Hinzukommt: Kindererziehungszeiten werden nicht ausreichend anerkannt. Frauen tragen aber weiterhin die Hauptlasten in den Familien und der häuslichen Pflege. Sie sind strukturelle benachteiligt. Dies muss ein Ende haben!


Kurswechsel: Die gleichberechtigte und gleichwertige Beteiligung von Männern und Frauen an allen Formen der menschlichen Arbeit ist das Lebensmodell der Zukunft. Arbeit muss fair geteilt werden! Keine Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme! Die Umsetzung des Modells der solidarischen Alterssicherung der katholischen Verbände ist überfällig! Wir brauchen ein Grundeinkommen!

„... das System der sozialen Sicherheit (muss) darauf eingestellt werden, dass der Anteil kontinuierlicher Erwerbsbiographien abnimmt und dass mit der Pluralisierung der Lebensstile immer mehr Menschen zwischen Phasen der ganztägigen Erwerbsarbeit, des Teilzeiterwerbs und der Haus- und Familienarbeit wechseln.“ (Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort des Rates der EKD und der DBK, 1997, Z. 152)